Tag 21 Kein Wind und Regen in Gottskär

Morgens war kein Wind und Regen. Wir haben uns entschlossen, einen Tag stehen zu bleiben. So gibt es nix zu berichten, außer dass wir einen Lesetag eingeschoben haben.

Brigitta liest Bruce Chatwin The Songlines, ich lese Juli Zeh, Unterleuten.

Gegen Nachmittag stand der Wind wieder auf. Er soll auch morgen blasen. Wir werden sehen.

Tag 20 - Göteborg - Vrångö - Gottskär

Gegen neun haben wir heute Morgen unseren schönen einsamen Liegeplatz verlassen. Es war wenig Wind vorhergesagt, weshalb wir uns einen kurzen Sprung in den Göteborgs skärgård vorgenommen haben. Vrångö, eine schöne, und von Einheimischen empfohlene Schäre sollte es werden, kaum zehn Meilen südöstlich.

Mit minimaler Geschwindigkeit teils kreuzend gen Vrångö
Irgendwie haben wir uns sehr langsam und mit Umwegen der Schäre genähert und dann, als wir in den Hafen einfuhren und den Gästesteg besichtigt haben - ein, zwei Plätze waren noch frei, fanden wir: Nein, hier sind die Göteborger in ihrem Naherholungsgebiet. Nicht so ganz genau das, was wir suchen...
Nicht nur Vrångö, alle Schären vor der Stadt sind beliebtes Ausflugsziel der Göteborger

Wir drehen ab Richtung Westen, der Wind sollte zunehmen, dann können wir später nach SW segeln.

So die Idee. Für ein paar Stunden hat es funktioniert, aber dann schläft der Wind ein und der Diesel muss mithelfen.

35 sm später machen wir im Hafen von Gottskär fest. "Liegt abseits der Hauptroute", schreibt der Führer. So ist es, nicht, dass nix los ist, aber es gibt Plätze, es hat Ambiente und ist -- schön.


Tag 19 - Göteborg


Man kann nicht nach Göteborg gesegelt sein, ohne die Stadt zu besichtigen, fanden wir. Also gibt es heute einen Stehtag und Stadtbesichtigung.

Die Markthalle, der erste Zwischenstopp fürs Mittagessen

Poseidon auf dem Götaplatsen. Er hat ...

... eine schöne Aussicht auf die Avenyen.



Die alte Stadtbibliothek ist heute Teil der Unibibliothek
Trefflich geeignet für Après-Uni: Das Haga-Viertel mit unendlich vielen Cafes und Bars
Unser letzter Stopp gilt dem Fischmarkt, ebenfalls eine Halle mit vielen Ständen. Wir kaufen drei verschiedene Sorten Fischfrikadellen fürs Abendessen. und fahren wieder mit Tram und Rad zurück auf das Boot. 
Auch schön: die Ferne vom Trubel der Stadt und die Abendstimmung



Tag 18 - Ein kurzer Sprung nach Göteborg

Es sind keine 15 Seemeilen von Hyppeln nach Göteborg. Deshalb lassen wir es gemütlich angehen, schnacken noch mit den Nachbarn und fahren über die Mittagszeit.

Die Genua zieht uns bei halbem bis raumen Wind mit fünf bis sechs Knoten nach SW

Da alle, auch Einheimische, abgeraten haben, in den zentralen Stadthafen zu gehen, weil sehr eng und immer notorisch überbelegt, entscheiden wir uns für Hinsholmskilen, der ist groß und mit der Straßenbahn bestens an die Innenstadt angebunden.
Umso größer ist die Überraschung, als uns der Hafenmeister eröffnet, dass Hinsholmskilen keine Gästeliegeplätze mehr zur Verfügung stellt. Man dürfe sich nicht in eine Box legen, der Eigner könnte gegen Abend zurück kehren.
Er bietet uns allerdings an, am Kopf von Steg X oder V festzumachen, man nehme dafür kein Liegegeld, weil man ja kein Gästehafen sei.

Wir bedanken uns für das Angebot, verholen uns an den Stegkopf, laden die Fahrräder aus und elf km fahren in die Innenstadt.
Natürlich radeln wir als erstes zum Stadthafen. Brigitta hat schon so eine Vorahnung und tatsächlich, es gibt viele freie Plätze, der Hafen ist nur zu zwei Dritteln voll...

Evert-Taube-Skulptur am Stadthafen
Göteborgs Opernhaus
Nach Abendessen, kurzem Stadtbummel und Einkauf geht es mit der Straßenbahn zurück aufs Boot.


Tag 17 - Eingeweht auf Hyppeln, Tag zwei

Welcher Fahrtensegler will schon bei Böen von 35 kn (8 bft) los fahren? Wir jedenfalls nicht. Und, zumindest aus unserem Hafen, sonst auch niemand...
Wir beschließen, einen Ausflug mit der Fähre zur Nachbarinsel zu unternehmen.

Wegen einer Baustelle an einem Fähranleger müssen wir erst nach Süden auf eine andere Insel und dann mit einer zweiten Fähre zurück nach Rörö fahren. Die Jungs am Steuer der Fähren können das gut! Wir können das bei den harten Windböen miterleben!

Rörö ist auch schön, etwas größer als unsere Insel. Nach einem Gang durch den Ort finden wir einen kleinen Supermarkt, wir finden schöne Lammsteaks und grüne Bohnen. So ausgestattet fahren wir zurück.
Wenn man auf die Fähre geht oder, wie hier im Bild von der Fähre herunter kommt, steht das Ortsschild. Die Fähren sind schlicht die Verlängerung der Straßen über das Wasser. Und da die Straßen in Schweden keine Maut kosten, sind auch die Fähren kostenlos.

Tag 16 - Eingeweht auf Hyppeln


Es war vorhergesagt, aber vorstellen konnten wir es uns nicht so richtig. Jedenfalls gibt es so krasse Wetteränderungen im Inland nicht. Kaum war es dunkel, hatten wir schlagartig Sturm. In der Nacht begann es heftig zu regnen. Morgens 6-7 bft Wind und Regen
Wir lassen das Wetter Wetter sein und genießen unser Sonntagsfrühstück
Wir machen Waschtag, und staunen nicht schlecht, als es um 14 Uhr genauso plötzlich, wie es losgelegt hat, aufhört zu gießen, als ob jemand den Schalter "Regen" ausgeschaltet hätte.
Eine Stunde später ist blauer Himmel und wir brechen zur Inselumrundung auf.
Wir bestaunen das glasklare, in vielen Blautönen schillernde Wasser, ...
... die schönen Ausblicke ...
... und die schönen Häuser
Nach leckerem Kabeljau mit Meerrettich und Kartoffeln stürmt es immer noch. Meistens mit 5-6, dann mal 4, dann plötzlich 7 oder acht bft, regelrechte Schlagböen.
Alsdann, auf eine hoffentlich ruhige Nacht...




Tag 15 - Turbel und Ruhe

Erst gegen halb 11 kamen wir heute los, weil wir es gemütlich angehen ließen, da morgens kein Wind war.

Schön wars in Ljungskile

Aber leider, es blieb wenig Wind, und noch schlimmer, er kam genau von vorn. So gibt es heute seglerisch nicht viel zu berichten.
Trotzdem hatten wir eine sehr schöne Fahrt an der Ostküste von Orust und dann den Stenungsund hinunter und hinaus Richtung offene See.
Interessant, dass auch relativ kleine Schären mit Strom versorgt werden
Hier laufen allerdings *dicke* Unterwasser- und Überlandleitungen
Die imposanten Stenungsundbrücken
Und dann kam noch ein Highlight: Wir fuhren durch Marstand.
Marstrand ist neben Sandhamn bei Stockholm eines der großen Segelzentren von Schweden.
"Durch" Marstrand kann man fahren, weil sich der Ort über zwei Schären erstreckt, die, dicht aneinanderliegend, nur durch einen schmalen Sund getrennt sind.
Die nördliche Einfahrt in den Sund nach Marstrand
Ganz schön was los hier
"Das schicke Segelzentrum an der Westküste wartet mit namhaften Regatten auf. Exquisite Häuser, Boutiquen und Restaurants versprühen mondänen Character und locken nicht nur die segelnde Prominenz an, sondern auch all diejenigen, die es sich leisten können, ein Haus zu Füßen der Festung Carlstens zu beziehen oder dort die Ferien zu verbringen" (Revierführer Satz 3 2016/17, Delius Klasing Sportbootkarten). Wir haben genug gesehen und setzen unsere Fahrt Richtung Hyppeln fort.

Selbstverständlich findet auch eine Regatta statt ...
Fest in Hyppeln
"Hyppeln liegt etwas abseits vom Hauptfahrwasser, aber gerade das macht das Ambiente so interessant." (Revierführer Satz 3 2016/17, Delius Klasing Sportbootkarten).
Sehr schön hier! Uns gefällt es sehr!
Im kleinen Restaurant essen wir eine leckere Fischsuppe, Brigitta umrundet die Schäre, inzwischen baue ich die Kuchenbude auf, morgen soll es stürmen und regnen ...