Tag 33: Durch die Schären nach Norden

Der Wetterbericht hat es gut mit uns gemeint. Leichter Regen und wenig Wind bis neun Uhr morgens. Das passte, da wir wegen des langen D - I Fußballspiels erst um halb zwei (wir haben hier Ortszeit OESZ) ins Bett kamen.
Tatsächlich es war zwar bewölkt, aber der Regen hatte aufgehört, als wir um 10:30 die Leinen loswerfen. Man fährt, was sonst, zwischen Schären hindurch über eine große Bucht nach NW, bevor man wieder in den Schärengarten einfährt. Dann Merkwürdiges vor uns. Ein dunkelgraues RIB vor uns kreist um ein Segelboot.
Nach einer Weile kreist das Schlauchboot um uns, man bedeutet uns, langsamer zu fahren. Finnish Coast Guard. Ob sie an Bord kommen dürfe, frägt eine junge - wie sagt man, Küstenwächterin? "Yes sure", vermutlich folgt auf jede andere Antwort ziemlich viel Ärger ...
"Can I help you?" frägt Brigitta, "No thank you, I do this since ten years" - zwei Schritte später ist sie an Bord.
Wir werden aufgeklärt. Man mache Alkoholkontrollen für die Sicherheit auf dem Wasser und da ich am Steuer stehe, werde ich gefragt, ob ich bereit wäre zu pusten. "Yes sure", vermutlich folgt auf jede andere Antwort ziemlich viel Ärger ...
Brigitta erzählt nebenher von unserer Reise, dass wir nach Haparanda wollen "oh, that should be nice - You are two people on board? ... Can you show me two live jackets, please?"
Dem Skipper schießt mittlerweile in den Kopf, was er bei der Vorbereitung der Reise in den Materialien der Kreuzer Abteilung des Deutschen Segler Verbands über Finnland gelesen hat...
"Promillegrenze - Das Führen eines Wasserfahrzeugs unter Alkoholeinfluss steht in Finnland unter Strafe. Das Überschreiten der staatlichen Grenze von 0,5 Promille zieht nahezu ausnahmslos Geld-oder Haftstrafe nach sich. Sportfahrzeuge können zur Kontrolle angehalten werden."
Naja, angehalten sind wir jetzt worden.
Nun ist es aber so, dass der Skipper das überlange Fußballspiel in der Bar am Hafen geschaut hat. Ein Leichtbier 5,50 €. Bei dem Preis kann man sich nicht betrinken! Zwar bestätigen viele Ausnahmen die Regel, Finnen können das allemal. Anyhow, der Alk-Test geht negativ aus, man tauscht noch ein paar nette Worte, die Küstenwächterin ist zurück auf dem RIB, sie nehmen Kurs auf das Boot hinter uns.


Wir bekommen noch einen Aufkleber mit der
Notfallnummer und hoffen, dass wir sie nicht brauchen...

Wir legen Kurs West, dann Nordwest, dann Nord, ziemlich viel zu tun in diesen Schären...

Unterwegs kommt uns tatsächlich ein Schwesterschiff entgegen
Genau der gleiche Typ Boot
Die Fahrwasser sind sehr gut betonnt und teilweise mit Richtfeuern ausgestattet
In der Kreismarkierung: die beiden Richtfeuer, die für den
richtigen Kurs zur Deckung gebracht werden müssen
(Bild zum Vergrößern klicken)

Die Richtfeuer in Seitenansicht

Wir haben viel Gegenverkehr. Wir vermuten, dass es Sonntagsausflugs-Zurück-Nach-Hause-Verkehr ist, denn praktisch alle kommen uns entgegen. Viele Segelboote und noch viel mehr Motorboote jeder Größe. Die Mobos haben eines gemeinsam: Sie fahren alle Vollgas. Und gerne möglichst nah an anderen Booten vorbei. Dabei wird aber immer freundlich gegrüßt.

Bei unserem heutigen Liegeplatz bei Portnäset, gegenüber der Insel Sorpo, gibt es eine Fähre, eine Tankstelle und ein Restaurant.

Und um halb elf am Abend brennt die Sonne




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